Epitaph aus der Ev.-Luth. Kirche zu Eisbergen – Porta Westfalica

Epitaph
  1. Identifikation:

Objekt:                         Epitaph

Standort:                      Ev.-Luth. Kirche Eisbergen, (seit 1465 Hauptpatron: Hl. Georg)

                                     Hildburgstr. 1, 32457 Porta Westfalica/ Eisbergen, NRW

Datierung:                    Tafelbild mit der Innenleiste: 1616 (?), Rahmenkonstruktion: 1925,

                                     Renovierung 1925, 1953

Künstler/ Werkstatt:      unbekannt

Restauriert:                   2014

 

  1. Situationsbeschreibung

Das Tafelbild des Epitaphs zeigt im unteren Bildbereich die Stifterfamilie mit zwei Kindern.

Rechts kniend ist Johannes Schapedot, rechts seine Frau Anna Möllers dargestellt.

Im weißen Kleid ist Clara Elisabeth und die neugeborene Anna Dorothea abgebildet.

Im mittleren Feld seitlich sind je 8 Könige (Altes Testament) auf den Wolken dargestellt. Oben thront die Heilige Dreifaltigkeit: mittig Gottvater und Leib Jesu Christi mit der Taube als Heilige Geist auf der Brust. Diese Szene flankieren zwei Engel, die den roten Mantel Gottes öffnen.

Das Tafelbild ist um 1616 (Ao 16 ?- siehe Inschrift rechts) datiert. Die Rahmenkonstruktion wurde später im Jahre 1925 im Rahmen einer großen Renovierung neu gestaltet.

Mit der aktuellen Restaurierung wurde Erhalt dieses Kunstwerkes gewährleistet.

Unser Restaurierungskonzept strebte eine Sicherung, Festigung, Kittung und eine detaillierte     Retusche der gekitteten Substanz an. Die Rahmenkonstruktion hat ihre ursprüngliche Stabilität wieder gewonnen. Damit wurde ein geschlossenes und restauriertes Gesamtbild erzielt.

Die vorhandene Fassung des Tafelbildes und des Rahmens ist erhalten geblieben.

 Eine Klimakontrolle wurde während der Restaurierung kontinuierlich von der Seite des Westf. Amtes für Denkmalpflege (Münster) digital durchgeführt.

3.1.      Zustand vor der Restaurierung:

Tafelbild:

Die Holztafel ist aus drei vertikalen Brettern zusammengesetzt worden. Eine Fuge (5-6 mm breit) zeichnete sich deutlich ab, sie wurde komplett gelöst. Die Farbfassung war teilweise locker mit starker Blasenbildung. Die früheren Retuschen waren stark nachgedunkelt und haben den Gesamteindruck stark verfälscht. Die Tafel ist mit einer ursprünglichen profilierten Leiste umrandet.

Die Gesamtkonstruktion des neugestalteten Rahmens wurde ringsherum gelöst. Die Dübelverbindungen waren deutlich sichtbar und haben eine 1-2 cm breite Fuge gebildet. Die einzelnen angeleimten Elemente des Zahnfrieses wurden gelöst und haben teilweise gefehlt.

Im oberen Aufsatzbereich befinden sich seitlich zwei größere Engelsköpfe, die vermutlich zweitverwendet worden sind. Die Engelsköpfe sind aus Gips angefertigt (vermutlich Abgüsse), die Flügel sind aus Holz geschnitzt und mit Flüssiggold verziert.

  1. Durchgeführte Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen:

Das Epitaph wurde von der Wand genommen und in seine Einzelteile zerlegt um die Gesamtkonstruktion zu sichern und neu zu befestigen. Das Tafelbild wurde aus dem umfassenden Rahmen genommen und in der Restaurierungswerkstatt bearbeitet.

Pos.

 

4.1.   Epitaph: Tafelbild

 

1.

Abnahme des Epitaphs von der Wand

2.

Demontage des Tafelbildes aus der Rahmenkonstruktion

3.

Konsolidierung und Farbfassungsfestigung, Festigung der lockeren Malschichten

4.

 

Oberflächenreinigung

Chemische Abnahme/ Reduzierung des sekundären Firnisses

5.

Chemische Reduzierung/Abnahme der sekundären Übermalungen

6.

 

 

 

Verleimung der gelösten Brettverbindungen, Zusammenfügen des offenen Spaltes im      

Tafelbild

Zusätzliche rückseitige Sicherung der beiden vertikalen Fugen mit im Leim getränkten

Leinwandstreifen

7.

Kittung der Fehlstellen, Anpassen der Übergänge zum Originalbefund

8.

Retusche der Fehl- und Kittstellen

9.

Vergoldung und Retusche der Kittstellen der vergoldeten Innenleiste

10.

Überzug eines schützenden Firnisses, mit Pinsel aufgetragen und matt gebürstet

11.

Spannungsfreie Montage des restaurierten Epitaphs in die Rahmenkonstruktion,

die Dehnungsmöglichkeiten sind gewährleistet  

 

Das Epitaph wurde mit dem Wandabstandshalter auf einer Südwand auf dem ursprünglichen Platz montiert.

Aus dem Grunde wurde auf einen Rückseitenschutz verzichtet.

 

 

 

 

Pos.

 

4.2.     Epitaph: Rahmenkonstruktion

 

1.

Abnahme des Epitaphs von der Wand

2.

Demontage des Tafelbildes aus dem Rahmen, Demontage der Engelsköpfe

3.

Farbfassungsfestigung, Festigung der lockeren Malschichten

4.

Oberflächenreinigung, Reinigung aller Zier- und Architekturelemente, Engelsköpfe

5.

 

Holzfestigung, partielle Stabilisierung der Holzmasse mit Glutinleim

Holzergänzungen eingefügt in Eichenholz

6.

 

Verleimung der gelösten Brett- und Rahmenverbindungen

Neuverleimung der Verzierungselemente unten, und Obelisken mit Sockeln

7.

 

Befestigung und Zusammensetzen aller offenen Holzbereiche und Verbindungsfugen der Rahmenkonstruktion und den Engelsköpfen

10.

 

Kittung der Fehlstellen, Anpassen der Übergänge zum Originalbefund am   Rahmen

und Zierelemente

11.

Retusche: Die Fehl- und Kittstellen aller Holzbereiche

12.

Retusche der Fehl-und Kittstellen an den Engelsköpfen

13.

 

Vergoldung und Retusche der Kittstellen an Kapitellen, Verzierungen, weiterer vergoldeter Elemente und Leisten

Korrektur der Vergoldung an den Engelsköpfen (Flügel)

14.

 

Überzug eines schützenden Firnisses auf die retuschierten Stellen, ohne den Charakter der Farbgebung zu beeinträchtigen

15.

Ergänzung und Befestigung der fehlenden Zahnfrieselemente

16.

Farbanpassung der neu ergänzten Teile und Zierelemente

17.

Montage des restaurierten Epitaphs,   zusammensetzen mit verstellbaren Möbelverbindern

18.

Montage des Holzabstandshalters zur Wand

 

 

 

 

 

 

 

 

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